Extremwetterereignisse, Kipppunkte, Ursache-Wirkung
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Wie wir noch aus dem Physik- und Chemieunterricht wissen sollten laufen manche Vorgänge bei Wärme heftiger ab. Bei Wetterereignissen kommt es sogar nicht nur auf die absolute Temperatur an sondern auch auf Differenzen. Besonders warm gegen besonders kalt bedeutet oft besonders heftig. Hinzu kommt, dass warme Luft mehr Wasser aufnehmen kann als kalte. Insofern dürften bei höheren Temperaturen tatsächlich etwas öfter und stärker heftige Wetterereignisse auftreten.

Allerdings sollten sich die Auswirkungen in unseren relativ gemäßigten Breiten noch in Grenzen halten. In anderen Weltgegenden sind derartige Ereignisse Alttag und man hat sich damit arrangiert. Seit Ewigkeiten sprechen Menschen, wenn sonst gerade nichts los ist, über das Wetter.
Und heute, wo fast jeder ständig eine Kamera bei sich hat und praktisch überall Messstationen stehen, gibt es da fast täglich irgendwelche Wetterrekorde und Ereignisse zu berichten.
Heute kommt noch dazu, dass viele Gruppen gerne und oft aufschreien um irgendwelche staatlichen Hilfen zu erlangen. Wer nicht laut jammert kriegt auch nichts.

Auch in Europa gab es bereits früher schreckliche Unwetterereignisse. Man braucht im Netz nur nach Listen von Hochwassern, Dürren, Sturmfluten, Kältewellen, Hitzewellen, Missernten, Hungersnöten, usw. zu suchen.
Und z.B. im deutschen Ahrtal gab es in der Vergangenheit ganz grob ungefähr alle 100 Jahre ein extremes Hochwasserereignis

Die Anzahl der Opfer kann heute alleine schon deshalb höher ausfallen weil die meisten Gegenden inzwischen viel dichter bevölkert sind.
Und die Sachschäden waren früher ganz überwiegend Privatsache. Die Leute mussten eben selbst sehen wie sie ihr Haus wieder aufbauten und Bäume vom Weg räumten. Niemand hat darüber Statistiken für Versicherungen aufgestellt.
Heute dagegen ist fast die ganze Welt vollgepflastert mit festen Straßen, Kabeln, Rohren, Schienen, Brücken, etc. Es gibt einzelne Gebäude die mit Milliardenwerten in den Büchern stehen.
In Zahlen ausgedrückt werden Naturkatastrophen von Jahr zu Jahr gigantischer ausfallen. Das bedeutet nicht automatisch, dass das Naturereignisse als solches wirklich stärker ist als früher.

Das bestechende an der Theorie mit den Extremwetterereignissen ist, dass sie gefühlt zutrifft. Denn das Wetter ist nie überall dauerhaft durchschnittlich. Es gibt immer wieder irgendwo extreme Ausreißer. Die werden durch die Medien weltweit verbreitet und schon erscheint die Theorie bestätigt.

Durch die Fixierung auf „Klimakrise“ und ihre angeblichen Folgen geraten übrigens andere Gefahren völlig aus dem Blickfeld. So gibt es beispielsweise alle paar Jahrhunderte sogenannte Sonnenstürme (magnetische Stürme). Der letzte große traf die Erde 1859 („Carrington Ereignis“). Ein solcher Sonnensturm würde heute die meisten elektrischen und elektronischen Gerätschaften ausschalten. Und zwar nicht vor vorübergehend sondern viele wären definitiv „durchgebrannt“ und müssten ausgetauscht werden.
Jahre ohne Strom, Wasser, Treibstoff (Pumpen laufen ja nicht). Und auch die Fabriken, die die benötigten Neuteile fertigen müssten, würden nur schwer wieder in Gang zu setzen sein.
Jahrelang weltweit Steinzeit und Kampf um alles. Aber praktisch keine Vorkehrungen dagegen. Stattdessen alle Augen auf ein paar Grad möglicher Erwärmung.

Ursache - Wirkung
„Wenn der Permafrostboden auftaut … die schrecklichen Waldbrände in Kanada … tennisballgroße Hagelkörner … usw. usw.“
Ja, viele schlimme Dinge passieren täglich und könnten auch in Zukunft passieren. Nebenbei: Es könnten auch positive Dinge passieren.
Nur – das beweist keineswegs die Ursache. Jedes Mal automatisch „Das ist der Klimawandel, das teuflische CO2, der Nachbar mit seinem Diesel, etc.“ zu brüllen liegt etwa auf dem gleichem Niveau wie nach jeder Missernte routinemäßig eine Rothaarige als Hexe zu verbrennen.
Ein Ereignis, so übel es auch sei, ist kein Beweis für die Ursache. Leider wird das bei der Klimadiskussion häufig ignoriert.
Wie oben belegt gab es z.B. an der Ahr ganz grob ungefähr alle 100 Jahre ein extremes Hochwasserereignis. Warum stellen da heute viele automatisch einen Zusammenhang mit dem Klimawandel und seinen angeblichen Ursachen her?
Gleichzeitig werden übrigens an den gleichen Stellen die zerstörten Gebäude wieder und wieder aufgebaut. Oft sogar mit öffentlicher Förderung. Dieser Irrsinn scheint aber nur wenige aufzuregen obwohl hier der Zusammenhang mit Schäden viel offensichtlicher ist.

Kipppunkte
Auch „Kipppunkte“ gab es schon immer und wird es immer geben. Sogar sogenannte „unumkehrbare Kipppunkte“ („kritische Schwellenwerte bei deren Überschreitung es zu unaufhaltsamen Veränderungen kommt“) sind weder neu noch ungewöhnlich.
Ganz im Gegenteil sind sie sogar alltäglich. Wenn ein Gesteinsstück aus einem Felsen herabfällt ist das ein unumkehrbarer Kipppunkt. Denn von alleine wird es nicht wieder raufklettern. Und für die Menschen, die beim Untergang von Doggerland oder Sundaland ertrunken sind, waren das ganz sicher schreckliche und unumkehrbare Kipppunkte.
Aktuell wird oft damit hausiert, dass der Golfstrom (genauer der Nordatlantikstrom) aufgrund der Klimaänderung bald „kippen“ könnte mit Folgen für das Klima in Europa. Dann könnte die weltweite Erwärmung in Europa zu niedrigeren Temperaturen führen. Kurz: Es ist alles möglich einschließlich des Gegenteils. Und die Wissenschaft hat es vorausgesagt ...
Tatsächlich unterlag der Golfstrom auch in der Vergangenheit gewissen Schwankungen deren Höhe allerdings auch wiederum strittig ist.
Die einzige wirkliche Frage in diesem Zusammenhang ist: Kann der Mensch das eine oder andere Überschreiten einer kritischen Schwelle verhindern und ist das sinnvoll bzw. wirtschaftlich? Und damit wären wir wieder bei der Ursache-Wirkung-Problematik.

Oft habe ich den Eindruck, dass dieses Kipppunktthema benutzt wird wie Werbung beim Kaufmann: Kaufen Sie schnell bevor ausverkauft ist, bevor die Preise steigen, usw.

Umweltschutz besteht aus Einzelpunkten
Man sollte sich auch bewusst sein, dass Umweltschutz aus vielen grundverschiedenen Einzelpunkten besteht. Manche davon sind sinnvoll und wichtig. Z.B. Plastik in Gewässern ist eindeutig menschverursacht und kann und sollte schleunigst beseitigt bzw. vermieden werden. Bei anderen Punkten ist dies nicht so eindeutig bzw. sie sind offensichtlich weniger dringend oder eventuell sogar kontraproduktiv.
Einen Mitmenschen, der da andere Prioritäten sieht, pauschal als Umweltfeind zu beschimpfen ist nicht immer angebracht. Vielleicht hat er bloß andere Informationen. Möglicherweise sogar bessere?


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